SYSTEMISCHE BERATUNG                 MARION REINAU

Zu wissen, dass Veränderung möglich ist, und der Wunsch Veränderung vorzunehmen,  dies sind zwei erste große Schritte!        Virginia Satir   

 

PROGRESSIVE MUSKELENTSPANNUNG NACH JACOBSON


"Stress ist ein Muster spezifischer und unspezifischer psychischer und körperlicher Reaktionen eines Individuums auf interne oder externe Reize, die das Gleichgewicht stören, die Fähigkeiten zur Bewältigung beanspruchen oder überschreiten und Anpassungsleistungen verlangen.Zimbardo & Gerrig 2004

Beeinflussende Faktoren für Stressempfinden sind Alter, Geschlecht, Veranlagung und bereits Erlebtes (Erfahrungen). Es gibt zwei Arten von Stress (Unterscheidung nach Seyle) 

- Disstress = negativer Stress (unangenehm, bedrohlich, überfordernd)

- Eusstress - positiver Stress (meist Dinge, die fordern, aber mit Spaß verbunden                                        sind, wie Sport, Freizeit etc.)

Je nach Art (Eu- oder Dis-Stress) und Ausprägung von Stress kann dies für die Leistungsfähigkeit des Menschen förderlich oder hinderlich sein. Stressfaktoren, die Stress verursachen sind externe Gegebenheiten, wie Hitze oder Lärm, physische Faktoren, wie Ernährung, Schlafmangel, Krankheiten, Verletzungen und psychische Faktoren, wie Verlust von persönlicher Sicherheit, Zeit- oder Leistungsdruck.

Jeder Mensch hat ein gewisses Potential mit Stress umzugehen und diesen zu tolerieren. Bei einer Überforderung der Ressourcen können körperliche und psychische Negativfolgen die Konsequenz sein.

Es gibt drei Phasen von Stressreaktionen (nach Seyle):

  • 1.Phase > Alarmreaktion - sie besteht aus physiologischen Mechanismen, die darauf abzielen, den Normalzustand wiederherzustellen (Ausschüttung von Stresshormone, wie Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol, Katecholamine).
  • 2.Phase > Resistenz - der Organismus entwickelt einen Widerstand gegen den Aggressor und versucht diesen aufrecht zu erhalten. 
  • 3. Phase > Erschöpfung - wenn es dem Organismus nicht mehr möglich ist, die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Stressor länger aufrecht zu erhalten, sie ist kennzeichnet durch Verminderung der Leistungsfähigkeit, erhöhte Infektanfälligkeit und/oder Ermüdung und teilweise auftretende Angst- und Depressionssyndrome.  

Stressbewältigung

Ein Stressor wird nur dann zu einem negativen Stressor, wenn sich der Mensch körperlich und psychisch nicht mehr in der Lage fühlt, das Problem zu bewältigen. 

Wie kann die Progressive Muskelentspannung helfen? Was bedeutet Entspannung? 

Unter Entspannung wird im allgemeinen Sprachgebrauch ein positiver Zustand mit gelöster Muskulatur, angenehmen Gefühlen sowie ausgeglichenem Denken und Zufriedenheit verstanden!

Physiologischen Kennzeichen der Entspannung sind u.a.:

  • neuromuskuläre Ebene (Muskeln und Nervensystem)
  • kardiovaskuläre Ebene (Herz-Kreislauf-System)
  • respiratorische Ebene (Atemfrequenzen)
  • elektrodermale Ebene (Abnahme der Hautleitfähigkeit)
  • zentralnervöse Ebene (Blutzuckerkonzentration)

Psychologische Kennzeichen der Entspannung sind u.a.:

  • Affektivität (Gefühl, ausgeruht zu sein, Gelassenheit usw.)
  • Kognitiv-perzeptiv (gelockerter Denkablauf, Erhöhung der Wahrnehmung usw.)

Das Entspannungsverfahren hat also nur positive Aspekte, da sie starken Einfluss auf unseren Atem, unser Herz-Kreislauf-System, unser Gehirn und unsere Muskulatur hat. 

Definition der Progressiven Muskelentspannung (kurz PME genannt):

Es handelt sich um ein Entspannungsverfahren, bei dem durch die willentliche und bewusste An- und Entspannung ausgewählter Muskelgruppen ein Entspannungszustand des ganzen Körpers erreicht werden soll. 

Auf Basis der Wechselbeziehung zwischen An- und Entspannung hat PME das Ziel, über Lockerung von einzelnen Muskelgruppen eine kognitiv-emotionale Entspannung zu erzielen.

Die PME wurde von Edmund Jacobson entwickelt, er stellte im Rahmen von wissenschaftlichen Untersuchungen an der Harvard-Universität einen Zusammenhang zwischen der emotionalen Anspannung und dem Muskeltonus fest.

Grundlagen der PME:

Bei der heute verbreiteten Variante werden zunächst 16 Muskelgruppen angespannt und anschließend bewusst entspannt.

Mit zunehmender Übung werden die anzuspannenden Muskelgruppen auf 7 und später auf 4 reduziert.

Ziel sollte das Vergegenwärtigungsverfahren sein, bei dem eine Entspannung einer bestimmten Muskelgruppe ohne vorherige Anspannungsphase erzielt werden kann. 

Einsatzmöglichkeiten der PME:

  • allgemeine Gesundheitsprophylaxe
  • Stressminderung
  • vor potential belastenden Situationen
  • nach belastenden Situationen zur Senkung der Aktivierung

Sie ist vielseitig einsetzbar und leicht zu erlernen

  • Sie ist überall einsetzbar
  • es sind keine äußeren Hilfsmittel notwendig
  • sie hat keine unerwünschten Nebenwirkungen
  • ist relativ leicht und schnell erlernbar
  • ist auch für unruhige und aktive Menschen geeignet
  • man benötigt kein ausgeprägtes Vorstellungsvermögen, wie bei anderen visuellen Entspannungsverfahren.

INDIKATION


  • Angststörungen
  •  psychosomatische Beschwerden 
  • Spannungskopfschmerz
  • Schlafstörungen
  •  Lernschwierigkeiten 
  • PME ist für Kinder ab 6 Jahren geeignet (Kurs auf Anfrage)

 


KONTRAINDIKATIONEN


  • Schwere Magen-Darm-Erkrankungen
  • Plegien (Lähmungen)
  • Gefäßspasmen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Myositis
  • akutes Muskelrheuma
  • akute Arthritiden
  • unbehandelte Hypertonie (Bluthochdruck!)
  • Aortenaneurysma

 


Gerade  Menschen, die sich in besonders schwierigen Lebenssituationen, wie Trennung, Krankheit, Verlust des Arbeitsplatzes, Scheidung, Beziehungsproblemen, Pensionierung (Umstellungen der Lebenssituationen), Erkrankung eines Familienangehörigen oder einfach Probleme mit einer Entscheidungsfindung haben  möchte ich hiermit ansprechen. 


Die Systemische Beratung in Kombination mit der Progressiven Muskelentspannung, sowie den therapeutischen Hypnosebehandlungen bringen Körper und Geist wieder in Balance. 

 
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